Gemeinsam genussvoll die Welt retten!

Gegen Lebensmittelverschwendung und für Lebensmittel Wertschätzung

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Nach neuesten Studien wirft jeder in Deutschland im Jahr 81 kg Lebensmittel weg. Damit liegen die privaten Haushalte in puncto Lebensmittelverschwendung auf

Lebensmittelrettung Wiesbaden e.V Gemüse in der Mülltonne
Viel zu schade für die Tonne Foto: Lebensmittelrettung Wiesbaden e.V

dem ersten Platz. 30% bis 50% aller Lebensmittel werden weltweit von privaten Haushalten weggeworfen.

Somit dürfte jedem von uns bewusst sein, dass nicht Landwirte, Supermärkte oder Gastronomiebetriebe zu den größten Vergeudern von Essen gehören, sondern wir – Du, ich und alle anderen.

Natürlich kannst Du jetzt mit den Achseln zucken und denken: „Ist mir doch egal.“ – Ist es aber nicht! Für Dich persönlich bedeutet jedes weggeworfene Obst, jede Wurstscheibe, die in der Mülltonne landet, jedes vertrocknete Brot in der Biotonne bares Geld in Deinem Portemonnaie.

Doch auch für uns Bewohner der Erde steckt viel mehr hinter unserem Konsum. Es sind nicht nur die Euros, die wir sparen, sobald wir sorgsam mit unserem täglichen Essen umgehen, es sind auch die weltweiten Ressourcen, die wir für uns und unsere Kinder schonen.

So werfen wir mit jedem Becher Kaffee, den wir achtlos gekocht und kalt werden lassen haben nicht nur die Cents weg, die der Kaffee kostet, sondern auch global  140 Liter Wasser je Becher Kaffee, mit jedem Steak werfen wir nicht nur bares Geld weg sondern auch bis zu 4000 Liter Wasser und auch der Apfel, der unansehnlich geworden ist, kostet mehr als das, was du dafür an der Kasse bezahlt hast. Bis zu  70 Liter Wasser wurden dafür aufgewendet um ihn zu bewässern, vor Schädlingen zu schützen und ihn zu Dir in den Kaufladen zu befördern.

Diesen Verbrauch bezeichnet man als Wasser-Fußabdruck. Es wird mehr als nur Wasser verbraucht. Diesen Verbrauch bezeichnet man dann als ökologischen Fußabdruck .

Mit diesen Methoden werden unsere Lebensmittel hergestellt:

  • Tomaten: Werden meist in Gewächshäusern gezüchtet. Tomaten verbrauchen extrem viel Wasser, bis zu 184 Liter je Kilo, was dazu führt, dass in Tomatenanbauregionen der Grundwasserspiegel sinkt. 2017 wurde auch viel über die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen der Tomatenbauern berichtet. Dabei ging es nicht nur um schlechte Bezahlung, sondern auch den ungeschützten Umgang mit Pestiziden. Foto Pixabay:

Mit diesem ökologischen, bzw. -Wasser-Fußabdruck verhält es sich ähnlich wie mit der Strahlung. Man kann sie nicht sehen und nicht riechen. Einige können sie messen und ab einer gewissen Dosis ist sie gefährlich. Genau so ist es auch mit dem Anbau von Lebensmitteln, auch wenn wir es nicht sehen, so haben wir keine unbegrenzten Anbauflächen, müssen aber immer mehr Menschen ernähren.

Dort, wo durch exzessive Landwirtschaft, durch Monokulturen der Boden tot ist, müssen neue Ackerflächen angelegt werden. Flächen, die bis dato unberührte Natur waren.

Morgens gebacken, abends in der Tonne Foto Lebensmittelrettung Wiesbaden e.V

  Unberührte Natur ist schön und hält uns Menschen gesund und glücklich . Dort wo es kein intaktes Ökosystem mehr gibt, ist es auch für uns, für dich und mich nicht mehr lebenswert. Wenn wir uns Gedanken über das Wegwerfen von Lebensmitteln machen, sollten wir auch einen Aspekt dabei nicht aus dem Auge verlieren, es geht um Respekt.

Vielleicht hast Du schon mal in der Landwirtschaft ausgeholfen, Erdbeeren gepflückt, Wein gelesen oder Kartoffeln geerntet. Du oder einer deiner Freunde arbeiten als Bäcker, stehen morgens um 3 Uhr auf um Brot und Brötchen zu backen, aber nicht dafür das Ihre Arbeit anschließend in der Tonne landet.

Hinter jeder noch so dünnen Scheibe Wurst steht ein Tier, eine Kuh oder ein Schwein, das für Dich gestorben ist, damit Du etwas Leckeres auf dem Teller hast. Lass uns das Leben achten und ihm Respekt zollen.

Es ist so einfach, gemeinsam respektvoll mit Lebensmitteln umzugehen. Dabei ist es egal, ob Du eine Großfamilie zu versorgen hast oder Single bist. Ob Du der Wochenplaner oder Spontanesser bist.

Die Basis ist immer die gleiche, die Umsetzung passt Du an Deinen individuellen Lebensstil an:

Der Einkauf:

Hier beginnt Dein erster Schritt der Lebensmittel-Wertschätzung. Denn was Du nicht einkaufst, wirst Du nicht wegwerfen.Gehe deshalb nur gesättigt einkaufen, Hunger ist nicht nur ein guter Koch, sondern auch ein wilder Einkäufer.

Achte auf die Gebindegröße. So ist mancher 6er Pack Äpfel zwar billiger als einer einzelner Apfel, aber wenn Du nur Appetit auf einen Apfel hast und die restlichen 5 in die Biotonne wirfst, ist er teuer.

Deshalb empfiehlt es sich, gerade bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, zartem Gemüse wie Pilze und Salat nicht auf Vorrat einzukaufen.

Robustes Gemüse wie Kartoffel kannst Du Dir dagegen bei richtiger Lagerung auch in größeren Mengen kaufen. Manche Supermärkte bieten auch reduzierte Ware an, die kurz vor dem Ablauf des MHD ist. Diese Ware ist nicht nur wesentlich preiswerter, sondern auch noch einwandfrei.

Dies ist der einfachste Weg, dem Supermarkt zu helfen, weniger frische Ware zu entsorgen. Das MHD Datum gibt es auch in den USA. Dort bezeichnet man es als best before – doch egal ob MHD oder best before, dies sind rechnerische Werte, die der Gesetzgeber vorgibt, aber nichts mit dem jeweiligen Zustand des Produktes zu tun haben.

Ob ein Lebensmittel verdorben ist oder nicht, sagt Dir Deine Nase!

Manche Lebensmittel haben zwar ein MHD, brauchen aber gar keines, wie: Mehl, Zucker, Salz, getrocknete Hülsenfrüchte, Honig und ungeöffnete Marmelade. Sofern diese natürlich trocken, dunkel gelagert sind und nicht von Ungeziefer befallen wurden.

Die Lagerung:

Wenn ich das Maximale aus meinem Einkauf holen möchte, ist die richtige Lagerung dabei unumgänglich.

Ein ordentlicher, übersichtlicher Kühl- und Vorratsschrank hilft Dir dabei, keine Lebensmittel zu übersehen, bzw. zu vergessen. Gerade bei verpacktem Obst und Gemüse ist es wichtig, diese nach dem Einkauf aus der Verpackung zu holen und auf Schadstellen zu kontrollieren.

Klimazonen im Kühlschrank:

Oben: Käse, Speisereste
Mitte: Milchprodukte
Unten: leicht Verderbliches, wie Fisch und Fleisch
Gemüsefach: Gemüse und Obst
Tür: Getränke, Butter, Konfitüre, Soßen

Diese Lebensmitte sollten nicht in den Kühlschrank:

Tomaten, Zitrusfrüchte, Brot, Eier, Öl, Zwiebeln, Knoblauch, Bananen, Avocados, Honig, Kartoffeln, Gurken, frische Kräuter

Das kommt in den Vorratsschrank:

Unbegrenzt im Dunkeln haltbar sind Mehl, Zucker, Honig, Öl, Essig, Reis, Hülsenfrüchte.

Begrenzt aber lange im Dunkeln haltbar sind Kartoffeln und Knollen, wie Sellerie, Kohlrabi, Zwiebeln,

Das lagert sich schlecht:

Obst, das Du Dir kaufst, ist generell nicht zur längeren Lagerung bestimmt. In 1 bis 2 Tage bei Beerenobst, in 3 bis 5 Tagen bei Steinobst solltest Du diese verarbeiten oder gegessen haben.

Salat, lagert 1 bis 2 Tage, ggf. auch 3, wenn Du ihn in einem feuchten Tuch einschlägst.

Die Küche:

Die Bestimmung der Lebensmittel ist, uns am Leben zu halten.Somit ist die Küche ein zentraler Ort der Lebensmittel-Wertschätzung.

Im Idealfall hast Du so eingekauft, dass nichts übrig bleibt. Das wird wahrscheinlich selten vorkommen. Wichtig ist, dass Du auf vielfältige Möglichkeiten der Haltbarmachung zurückgreifen kannst.

Lebensmittel verderben durch Bakterien und Sauerstoff. Sobald Du den Lebensmitteln diesen Boden entziehst, bleiben sie länger haltbar. Das geschieht über das Einkochen , das Trocken, das Fermentieren, das Einlegen durch Einfrieren oder, durch Vakuumieren.

Das Einfachste ist das Kochen und Genießen der Lebensmittel. Ob das Lebensmittel noch genießbar ist, sollten nicht nur Deine Augen alleine entscheiden. Besonders Deine Nase gibt Dir die richtige Antwort. Wirklich verdorbene Lebensmittel stinken. Sie riechen so abscheulich, dass du sie wirklich nicht mehr essen willst. Für optisch nicht schöne Lebensmittel gibt es vielfältige Tricks.

Salat:

Salat ist nach einem 10minütigen Bad in kaltem Wasser mit etwas Zucker wieder richtig frisch. Auch eignet sich Salat nicht nur zu Rohkost, sondern auch als oder mit gekochtem Gemüse. Aus Kartoffeln und Gemüse, das nicht mehr schön aussieht, lässt sich ein leckerer Stampf/Püree kochen.

Brot:

Altbackenes Brot ist nicht nur bekömmlicher als frisches, sondern auch noch fast unbegrenzt genießbar. Von Paniermehl, Armen Ritter über Croutons bis zu Serviettenknödeln gibt es viele leckere Gerichte, die aus altem Brot gezaubert werden können.

Früchte:

Früchte lassen sich zu Marmeladen oder Pürees einkochen, zu Smoothies pur oder im Müsli genießen oder auch mit Gemüse zu Chutnys verarbeiten. Schalen von unbehandelten Zitronen bzw. Orangen lassen sich wunderbar kandieren.

Kräuter:

Frische Kräuter lassen sich nicht nur sehr gut einfrieren, sondern auch trocknen oder in Öl einlegen. Wunderbar ist auch ein selbst hergestelltes Chili,- oder Knoblauch,- oder Kräuteröl. Eine gute Möglichkeit, Kräuter genussvoll haltbar zu machen, ist die Herstellung vom eigenem Pesto.

Lebensmittel sind für Dein Leben und nicht zum wegwerfen da.

Viele Möglichkeiten gibt es, respektvoll mit dem Essen umzugehen und dabei auch noch Geld zu sparen. Es ist ganz einfach und den ersten Schritt tust Du. In dem Du Dir Gedanken machst, ob Du dieses Lebensmittel achtlos weg wirfst oder verarbeitest und es genießt.

Vielleicht schaffen wir dann das EU-Vorhaben bis 2030 die Lebensmittelabfälle um 50% zu reduzieren.

5 Tipps um weniger essen wegzuwerfen:

  1. Kaufe nur das Nötigste.
  2. Bevorzuge gekühlte Ware aus dem Bald-abgelaufen-Regal
  3. Informiere Dich über die richtige Lagerung.
  4. Prüfe die Ware mit allen Sinnen, nicht hübsch heißt immer noch genießbar und lecker.
  5. Lerne mit den Lebensmitteln vielfältig umzugehen.

 

Gemeinsam und genussvoll die Welt retten!

Ich bedanke mich ganz herzlich für die fachliche Unterstützung bei Gregor Raimann, spezialisiert auf Gastronomieberatung, mit seinem Unternehmen raimannConcepts. Gregor Raimann ist unter anderem auch Tätig als Experte für Foodwaste-Management bei United Against Waste e.V .

United Against Waste e.V. hilft Betrieben der Außer-Haus-Verpflegung wie Restaurants, Caterern u.ä. bei der Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Zu diesem Zweck bietet United Against Waste e.V. unter anderem ein Abfall-Analyse-Tool und eine Chekliste um Lebensmittelverschwendung zu stoppen.  Auch auf YouTube ist ein Film über die Arbeit von United Against Waste e.V zu sehen

  • Gregor Raimann UAW
    Gregor Raimann bei der Bestandsaufnaheme

Für die Fotos bedanke ich mich bei  Lebensmittelrettung Wiesbaden e.V.. Der Verein Lebensmittelrettung Wiesbaden, sammelt aussortierte, genießbare Lebensmittel und Non-Food- Artikel und führt sie sinnvoller Verwendung zu. Ziel ist es, die gesammelte Ware vor der Entsorgung und Vernichtung zu retten.

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